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Staatsanschauungen im Wandel der Jahrhunderte

Wege zum modernen Staat
Der Eschner Bauer Johann Georg Helbert (1759-1813) schreibt in seiner Chronik (300 Seiten), das Jahr 1789 gehöre zu den merkwürdigsten des Jahrhunderts. Die Französische Revolution bezeichnet er als «Pariser Aufruhr». Gegensätze wie die parlamentarische Monarchie und der Absolutismus, die Aufklärung, die Unabhängigkeitserklärung der USA und am Ende die Französische Revolution prägten die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts.

Das 17. und 18. Jahrhundert war unterschiedlichen politischen Strömungen ausgesetzt: Während England zur parlamentarischen Monarchie fand, herrschte im übrigen Europa der Absolutismus.
Grundlagen für die absolute Herrschaft hatte bereits die Reformation geschaffen: Das ganze Mittelalter hindurch schuldeten die Untertanen der Kirche unbedingten Gehorsam. Nachdem nun dieser universelle Anspruch der Kirche verloren gegangen war, übertrug sich dieser Gehorsam auf den absoluten Herrscher. Diesen Anspruch leitete der König vom Gottesgnadentum ab. Nach dieser Auffassung hat Gott selbst den König als seinen Diener eingesetzt und lässt ihn in seinem Namen über die Völker herrschen.
 
Das Volk im Sturm gegen den absoluten Herrschaftsanspruch des Adels: Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 gilt in Frankreich bis auf den heutigen Tag als Symbol für die Befreiung aus politischer Rechtlosigkeit und Unterdrückung. Der 14. Juli wurde daher zum Nationalfeiertag erklärt (Französische Revolution). Das Gemälde wurde im 18. Jahrhundert an einer französischen Schule mit Öl auf eine Leinwand gemalt (Der Künstler ist unbekannt). Die Französische Revolution
Die Französische Revolution von 1789 stürzte das absolutistische System und machte in der Verfassung von 1791 einer konstitutionellen Monarchie Platz. Aber bereits im September 1792 wurde die Monarchie abgeschafft und durch die Diktatur der Jakobiner ersetzt. Napoleon überwand schliesslich die Revolution, indem er sich zum Gewaltherrscher über Frankreich machte. Innenpolitisch wurde der französische Staat von ihm geordnet, allerdings mit Gewalt; nach aussen setzte Napoleon das Vormachtstreben seiner Vorgänger fort, scheiterte dann aber an den europäischen Gegnern.


Aus dem Wiener Kongress (1814/15), der die Staaten Europas wieder zu ordnen versuchte, gingen fünf Grossmächte hervor: England, Frankreich, Österreich, Preussen und Russland bestimmten die europäische Politik des folgenden Jahrhunderts gemeinsam.
 
Voltaire (1694 - 1778) hat mit seiner einfach verständlichen Sprache Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie auch am Deutungs- und Machtmonopol der katholischen Kirche angebracht. Damit gilt er als Wegbereiter der Französischen Revolution. Das 18.Jahrhundert wird auch "le siècle de Voltaire" genannt. Es war ganz durchdrungen von seiner sarkastisch-ironischen Kritik.
(Kupferstich von Jean-Michel Moreau 1741-1814) Politische Veränderungen
Ein weiteres Element des Absolutismus war die Lehre von der Souveränität des Herrschenden.
Souveränität, das hiess Unabhängigkeit von den Nachbarstaaten, aber auch von einer bisher übergeordneten Macht, etwa einem Kaiser. Der Absolutismus in seiner ausgeprägtesten Form war nur noch Selbstzweck: Herrschen um des Herrschens willen. Der Staat war nicht mehr für den Bürger da, sondern der Bürger allein für den Staat.
Die Zeit war jedoch reif für ein politisches Umdenken, das ausgehend von naturwissenschaftlichen Experimenten alles in Zweifel zog, was nicht mit dem Verstand erfasst und begründet werden konnte: Das Zeitalter der Vernunft, die
Aufklärung, brachte entscheidende Impulse auch ins staatspolitische Denken.
Aufklärer wie Voltaire und Montesquieu hoben das Ideal der parlamentarischen Monarchie Englands hervor und kritisierten den bürgerfeindlichen Charakter des französischen Absolutismus.
Die Idee der Menschenrechte, der allgemeinen Gleichheit und Freiheit wurde erstmals formuliert.
Montesquieu forderte die Teilung der Gewalten in gesetzgebende, ausführende und richterliche Behörden, um den Absolutismus zu überwinden. 

Amerikanischer Freiheitskrieg als Impulsgeber
Die Ideen der Aufklärer fanden bereitwillige Aufnahme bei der Loslösung der amerikanischen Kolonien vom englischen Mutterland, was zum Freiheitskrieg von 1775-1783 und zur
Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 führte.
Der erfolgreiche Ausgang des nordamerikanischen Freiheitskrieges bestärkte den Dritten Stand (das Bürgertum) im absolutistischen Frankreich, den Aufstand gegen den ersten und zweiten Stand, Adel und Klerus, zu wagen und berechtigte Forderungen durchzusetzen.

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